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Geschlecht wird in Freund*innenschaften sowohl historisch als auch empirisch immer wieder relevant gemacht. Aktuelle feministische, postkoloniale und queere Debatten stilisieren sie zudem zu einem Hoffnungsträger für politischen Wandel und individuelle Geborgenheit. Zeitgleich wird von der sogenannten „male loneliness pandemic“ gesprochen, davon dass Männer sich mit Nahbeziehungen generell schwerer tun würden.  Mit den hier mitschwingenden Aufladungen, Verzerrungen und Widersprüchen würde ich mich gerne im Seminar auseinandersetzen. Inhaltlich verbindet das Seminar damit historische, soziologische und feministisch-theoretische Zugänge.  Ziel der Veranstaltung ist es, Freund*innenschaft in seiner Vergeschlechtlichung und Widersprüchlichkeit zu analysieren und zu diskutieren. Im ersten Block sollen verschiedene Definitionen von Freund*innenschaften in ihrer historischen, insbesondere geschlechtlichen Entwicklung betrachtet werden. Ein zweiter Block behandelt dann Vergeschlechtlichung in Freund*innenschaften. In Anschluss daran wird im dritten Teil des Seminars eine empirische Perspektive auf Freund*innenschaft und Geschlecht erarbeitet und in einem Vierten hingegen eine theoretisch-feministische Betrachtung von Freund*innenschaft als Politikum. Abschließend wollen wir über die Widersprüche, emanzipatorischen aber auch regressiven Aspekte sprechen, die sich in Freund*innenschaften hinsichtlich Geschlecht wiederfinden lassen.


Vorläufiger Lektüreplan: 

Adamczak, B., 2017: Beziehungsweise Revolution: 1917, 1968 und kommende. Berlin: Suhrkamp. S. 258-285

Alleweldt, E., 2012: Profanierung einer Beziehungsform. Frauenfreundschaften zwischen Ideal und Wirklichkeit. WestEnd 9: 87–97.

Vortragsskript: Hahmann, J., 2025 (24. September): Freundschaftliche Sorge-Arrangements in Einelternfamilien. Vortrag bei der DGS Konferenz 2025 im AK Freundschaften in der Transition, Transitionen der Freundschaft, Duisburg. //Oder entsprechender Vortrag

Haraway, D., 2018: Making Kin in the Chuthulucene. Reproducing Mulitspecies Justice. in: A. Clarke & D. Haraway (Hrsg.), Making Kin not Population: Reconceiving Generations. Prickly Paradigm Press.

hooks, b, 1984: Sisterhood: Political Solidarity between Women. S. 43–65 in: Feminist Theory from margin to center. Boston: South End Press.

Linek, L., 2025: Freundschaft als Sehnsuchtsort: Was Menschen im neuen Mittelschichtsmilieu in ihren Freundschaften suchen. Weinheim: Beltz Juventa. S. 177-198

Schobin, Janosch, 2013: Freundschaft und Fürsorge (1. Aufl. Aufl.). Hamburger Edition HIS. S. 245-254 (Die Grenzen der fürsorglichen Freundschaft)

Schobin, J., V. Leuschner, S. Flick, E. Alleweldt, E.A. Heuser & A. Brandt, 2016: Freundschaft heute: Eine Einführung in die Freundschaftssoziologie. Bielefeld: transcript. S. 79-93 („Geschichte der Freundschaft“)

Schobin, J., V. Leuschner, S. Flick, E. Alleweldt, E.A. Heuser & A. Brandt, 2016: Freundschaft heute: Eine Einführung in die Freundschaftssoziologie. Bielefeld: transcript. S. 39-55 („Zur Vertiefung“)

Schobin, J., 2022: Loneliness and Emancipation: A Multilevel Analysis of the Connection between Gender Inequality, Loneliness, and Social Isolation in the ISSP 2017. International Journal of Environmental Research and Public Health 19: 7428.

Watson, D.C., 2012: Gender Differences in Gossip and Friendship. In: Sex Roles, Jg. 67/9–10, S. 494–502.



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