Bölüm anahatları

  • Der Expressionismus war eine künstlerische Bewegung in Deutschland, die etwa zwischen 1905 und 1925 in Malerei, Literatur, Musik, Film, Theater und Architektur ihren Ausdruck fand. Entstanden in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, kann er als Höhepunkt einer radikalen Individualisierung verstanden werden. Auf der Suche nach Ursprünglichkeit und unmittelbarem Ausdruck wandten sich die expressionistischen Künstler einer intensiven Innenschau zu. Anders als in unserer Gegenwart, die stark von subjektiven Selbstdarstellungen geprägt ist und in der häufig von Ausdruck, Emotionen und Befindlichkeiten die Rede ist, war der schonungslose Blick auf das Ich jedoch oft von Verunsicherung und existenzieller Erschütterung begleitet.

    Der radikale Subjektivismus des deutschen Expressionismus weist viele Bezüge auf. Er knüpft an Traditionen der deutschen Romantik an und wurde u. a. von Friedrich Nietzsche, der Lebensreformbewegung, afrikanischer indigener Kunst, der damals neuen Psychoanalyse sowie – in Bezug auf das Konzept des Gesamtkunstwerks – von Richard Wagner beeinflusst.

    Zu unterscheiden ist zwischen einer frühen, vor dem Ersten Weltkrieg noch optimistischen und naturzugewandten Phase und einer späteren Phase, die durch Kriegserfahrungen, Revolution, die Dynamik der Großstadt und zuweilen hemmungslosen Kokaingebrauch geprägt war. Die Kunst nahm dabei teils dystopische und disruptive Züge an, während ihre Formensprache zugleich rasch popularisiert und zur Mode wurde.

    In diesem Workshop setzen wir uns anhand von zentralen Werke und Positionen mit der Vielschichtigkeit des Expressionismus auseinander. Referate sind – abgesehen von freiwilligen Beiträgen – nicht vorgesehen. Stattdessen betrachten wir Bilder (auch im Museum), lesen und rezitieren Texte, hören Musik, sehen Filme und besichtigen Architektur. Begleitend dazu diskutieren wir grundlegende Fragestellungen des Expressionismus, etwa seinen lebensumfassenden Anspruch im Sinne eines Gesamtkunstwerks oder das Spannungsverhältnis zwischen unmittelbarem Ausdruck und künstlerischer Inszenierung. Darüber hinaus betrachten wir auch Bewegungen, die dem Expressionismus vorausgingen, parallel zu ihm existierten oder sich in seiner Folge entwickelten.