
- Dozent/in: Sarah Schmidt


Die kapitalistische Marktwirtschaft hat vielen Menschen insbesondere im globalen Norden Wohlstand und Annehmlichkeiten beschert. Doch die Schattenseiten und die Krisenhaftigkeit dieses Wirtschafts- und Gesellschaftssystems sind unübersehbar. Mehr noch: die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten sind in Gefahr. Eine große sozial-ökologische Transformation ist notwendig geworden. Aber sieht das die Mehrheit in der Bevölkerung auch so? Das Seminar möchte wieder den Blick auf das Ganze schärfen und Zusammenhänge sichtbar machen. Zentrale Fragen des Seminars sind: Welche Art von Wohlstand wollen wir und für wen? Welche Rolle spielen Mentalitätsunterschiede und Interessen bei der sozial-ökologischen Transformation, die als ein konfliktreicher Prozess zu begreifen ist. Die Veranstaltung beginnt zunächst in Präsenz mit einer Einführung, bevor dann das Seminar im Rahmen von Video-Konferenzen weitergeführt wird.
Eine ausführliche Literaturliste wird zu Beginn des Seminars vorgestellt.
Die
Vereinigten Staaten sind eine zutiefst gespaltene, von großer sozialer
Ungleichheit geprägte Gesellschaft. Unter der Präsidentschaft Donald Trumps
spitzt sich die Situation zu. Das Trump-Regime baut die politische Ordnung nach
autoritären Maßgaben um, untergräbt rechtsstaatliche Garantien und attackiert
migrantische Communities. Es hat die gewerkschaftliche Betätigung in großen
Teilen des öffentlichen Dienstes auf Bundesebene verboten und untergräbt das
staatliche Krankenversicherungsprogramm Medicaid. Und es zerstört
Organisationen, Institutionen und Regularien, welche der rücksichtslosen
Durchsetzung von Geschäftsinteressen im Wege stehen. Gleichzeitig sind viele
Wähler:innen Trumps Arbeiter:innen und Arme. Warum unterstützen ihn Teile der
Bevölkerung, die von seiner Politik negativ betroffen sind? Was versprechen sie
sich von einer Politik, die gegen ihre materiellen Interessen gerichtet ist?
Die Soziologin Arlie Russell Hochschild befasst sich seit etwa zwanzig Jahren
mit der Frage, warum die Unterstützung für rechtsautoritäre Politik unter der
armen, weißen Landbevölkerung in den Vereinigten Staaten stark ist. Im Seminar
lesen wir Hochschilds neuestes Buch, Geraubter Stolz: Verlust, Scham und der
Aufstieg der Rechten, das dieses Jahr auf Deutsch erschienen ist. Außerdem
diskutieren wir, was sich gerade in den Vereinigten Staaten ereignet, worin
Ähnlichkeiten und Unterschiede zu Deutschland bestehen – und was die
Rechtsverschiebung der Politik für die Praxis der sozialen Arbeit bedeutet.

Modul 19 findet als Erarbeitung eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes vor der Bearbeitung der BA-Thesis (Modul 20) statt. Es ist ein selbstständiges Modul und nicht zwingend mit Modul 20 verbunden. Es dient zunächst allein der wissenschaftlichen Erschließung eines Arbeitsfeldes oder Themenbereiches der Sozialen Arbeit.
Die verschiedenen Bereiche können sich ergeben aus den im Studium bekannten Disziplinmodulen (Empirische Sozialforschung, Soziale Arbeit, Recht, Gesellschaft und Persönlichkeit, Gesellschaft, Ökonomie und Sozialstaat). Weiterhin aus den zur Wahl stehenden Schwerpunktbereichen und den dort einbezogenen Arbeitsfeldern: Bildung und Erziehung, Ausgrenzung und Integration, Planung und Steuerung, Kultur und Medien. Sowie aus den Querschnittsthemen: Lebensalter, Geschlecht, Behinderung, ethnisch-kultureller Hintergrund, sexuelle Orientierung.
Die Bachelor-Thesis kann in dem gleichen Themenbereich / Arbeitsfeld geschrieben werden wie Modul 19. Dies ist jedoch nicht zwingend.
Bitte suchen Sie auf der Website der Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4, nach möglichen Lehrenden die Ihre Abschlussphase betreuen könnten. Hier sollten Sie danach vorgehen, bei wem Sie studiert haben und die thematische Nähe der Dozent_innen zu Ihren inhaltlichen Überlegungen einbeziehen.

