
Das ist der Moodle-Kursraum zum Seminar "Lebendige Arbeit, enteignete Zeit. Revisiting Oskar Negt"
Die Lehrperson ist Carolin Mauritz
- Dozent/in: Carolin Mauritz

Das ist der Moodle-Kursraum zum Seminar "Lebendige Arbeit, enteignete Zeit. Revisiting Oskar Negt"
Die Lehrperson ist Carolin Mauritz
Noch immer sind es Frauen*, die den größeren Teil der Sorgearbeit übernehmen, sich im Privaten um Kinder und andere Angehörige kümmern sowie in beruflichen Feldern von Sorgearbeit stärker vertreten sind. Das Seminar gibt von diesem Ausgangspunkt aus einen Überblick über feministische Theorien und empirische Studien, die sich mit der gesellschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit auseinandergesetzt haben. Das Seminar vermittelt Kenntnisse darüber, wie die Kategorie Geschlecht in feministischen Theorien gefasst und in empirischen Studien untersucht werden kann, welche gesellschaftliche Bedeutung Sorgearbeit hat und welche Rolle die ‚klassische‘ Kleinfamilie bei der Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit einnimmt.
Im Seminar werden nach einer Einführung zunächst grundlegende theoretische Texte gelesen, die im Zuge der feministischen Hausarbeitsdebatte der 1970er und 1980er Jahre entstanden sind oder an sie anschlossen. Wir setzen uns außerdem im Seminar mit Interventionen aus queerer und rassismuskritischer Perspektive in die Debatte um Sorgearbeit auseinander. Danach beschäftigen wir uns mit empirischen Studien, die die Aufteilung von Sorgearbeit aus geschlechtersoziologischer Perspektive untersuchen und auch mit der Bedeutung von verberuflichter Care-Arbeit. Auch feministische Entwürfe zu einer veränderten gesellschaftlichen Aufteilung von Sorgearbeit werden wir diskutieren.
Die Bereitschaft, die Seminartexte gründlich zu lesen, wird vorausgesetzt. Alle relevanten Begriffe und theoretischen Konzepte erarbeiten wir uns darauf aufbauend gemeinsam.
Für die Soziologie Pierre Bourdieus kann die aufmerksame Hinwendung sowohl zu ungleichen Ressourcenverteilungen, wie auch zu vermeintlich unscheinbaren Routinen als charakteristisch gelten. Selbstverständliche Alltagsroutinen verteilen und reproduzieren Privilegien oder konkrete Geschlechterverhältnisse, vererben Bildungserfolge wie Großkonzerne oder das Verwiesensein auf sozialstaatliche Transferleistungen, stellen biographische Weichen oder prägen Gesundheit und Lebenserwartung, sie erkennen ganze Lebensstile anhand weniger Merkmale schon in der kurzen Sekunde einer schnellen Begrüßung. Im Seminar sollen anhand jüngerer biographischer Literaturpassagen die grundlegenden Theoriekonzepte erarbeitet werden, die Bourdieu zu Untersuchung solcher Prozesse des praktischen Alltagsgeschehens vorgeschlagen hat. Es verfolgt das Ziel diese Soziologie entlang der Frage nach Kontinuität und Wandel sozialer Regelmäßigkeiten für die Praxis der Sozialen Arbeit fruchtbar zu machen. Weil dabei biographische Erfahrungen auf allen Ebenen das Wahrnehmen, Denken und Handeln imprägnieren können, ist zur Vertiefung ein Besuch des parallelen Seminars 18.3 zu ‚ Herkunft – Entwicklung – Bildung: Prävention und Partizipation‘ bei Susan Geideck sehr empfehlenswert (ebenfalls Montags).

Modul 11 – König (M.A.): Beziehungsarbeit mit Jugendlichen
Montags, von 14:15-17:30



