In der LIY "Design & Gestaltung mit campUAS" werden Ihnen alle Vorlagen in einem Videotutorial vorgestellt.
- Dozent/in: Niklas Krawinkel





Kursbeschreibung
Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie Sozialräume unter Bedingungen multipler Krisen – ökologisch, sozial und politisch – neu verstanden und gestaltet werden können. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass klassische sozialraumorientierte Ansätze an ihre Grenzen stoßen, wenn sie den Sozialraum primär als menschlich geprägten Handlungsraum denken.
Das Seminar führt in eine transformative Perspektive auf Sozialraumgestaltung ein, die soziale, räumliche und ökologische Dimensionen miteinander verschränkt. Dabei werden Sozialräume als relationale Lernökologien verstanden, in denen Menschen, Orte, Materialien und mehr-als-menschliche Akteure gemeinsam wirksam werden.
Im Zentrum steht die Frage, wie pädagogische und sozialarbeiterische Praktiken dazu beitragen können, neue Formen von Beziehung, Wahrnehmung und Handlung im Sozialraum zu ermöglichen.
Das Seminar verbindet theoretische Auseinandersetzung, Feldarbeit und reflexive Praxis. Im Fokus steht nicht nur die Analyse, sondern die Erfahrung und Begleitung von Prozessen im Sozialraum. Studierende lernen, soziale Situationen nicht vorschnell zu interpretieren oder zu steuern, sondern als offene, relationale Prozesse wahrzunehmen und zu begleiten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer professionellen Haltung, die Unsicherheit aushalten kann und Transformation nicht als planbares Ergebnis, sondern als emergenten Prozess versteht.
Ziele des Seminars sind:
Das Seminar wird teilweise in Kooperation mit dem Fachbereich Stadtplanung durchgeführt und kombiniert Online-Sitzungen mit Blocktagen und Feldphasen im Sozialraum Bockenheim.
Der öffentliche Raum steht längst nicht mehr dem privaten, individuellen gegenüber. Beide greifen ineinander und beeinflussen sich nachhaltig. In demokratischen Gesellschaften stellt der öffentliche Raum als Sozial- und Kulturraum der Gesellschaft bildende und formende Strukturen zur Verfügung. Durch gezielte handlungsorientierte Kunstformen und bewusst gesetzte künstlerische Intervention- und Aushandlungs-Verfahren kann hier sowohl in das Soziale als auch in die Gesellschaft hineingewirkt werden.
In diesem Seminar wird der öffentliche Raum zunächst in seiner aktuellen sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Bedeutung beleuchtet und auf sein demokratisches Potenzial untersucht. Wie nutzen Diktaturen den öffentlichen Raum? Welche Wirkmechanismen transportieren welche gesellschaftlichen Werte? Wie weit hängen Demokratie und Interventionen im öffentlichen Raum zusammen? Und inwieweit eignen sich künstlerische und physische Handlungsformate, um soziale Präsenzen und Werte von Individuen und Gesellschaft im öffentlichen Raum zu transportieren?
Anhand verschiedener Konzepte performativer, körpergebundener Kunst werden im Seminar künstlerische Intervention-, Setzungs- und Aushandlungsverfahren vorgestellt und exemplarisch nachvollzogen. Ihre Wirkungen können im Modul ansatzweise erfahren und reflektiert werden. Es ist zu diskutieren, wie sie in unsere Gesellschaft hineinwirken können.
Parallel hierzu entwickeln die Studierenden selbst Kunstprojekte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen für den öffentlichen Raum und setzen diese um- und schalten sich somit in den öffentlichen Diskurs ein.
