
- Dozent/in: Nicole Cabanel
- Dozent/in: Hendrik Alexander Graßme
- Dozent/in: Melanie Steinmetz

Die Weltordnung ist von enormen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten geprägt. Schätzungen zufolge besitzt die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung ein bis zwei Prozent des globalen Vermögens – und die reichsten 1,5 Prozent knapp die Hälfte. Das hat erhebliche politische und gesellschaftliche Auswirkungen: Wer arm ist, hat sehr wenige Möglichkeiten, an politischen Entscheidungen mitzuwirken und sich persönlich zu entfalten; für Reiche gilt das Gegenteil. Im Seminar gehen wir der Frage nach, wie es zu dieser Spaltung kommt. Wir nehmen dabei die gesellschaftliche Organisation von Arbeit im Kapitalismus in den Blick. Es zeigt sich, dass diese Herrschaftsverhältnisse hervorbringt, insbesondere Klassenherrschaft, Patriachat und Rassismus – und dass gesellschaftliche Herrschaft sich in sozialen Ungleichheiten ausdrückt. Wir diskutieren also den Zusammenhang von Arbeit, gesellschaftlicher Herrschaft und sozialer Ungleichheit – und was daraus für die Praxis der sozialen Arbeit folgt.

Das ist der Moodle-Kursraum zum Seminar "Lebendige Arbeit, enteignete Zeit. Revisiting Oskar Negt"
Die Lehrperson ist Carolin Mauritz
Für die Soziologie Pierre Bourdieus kann die aufmerksame Hinwendung sowohl zu ungleichen Ressourcenverteilungen, wie auch zu vermeintlich unscheinbaren Routinen als charakteristisch gelten. Selbstverständliche Alltagsroutinen verteilen und reproduzieren Privilegien oder konkrete Geschlechterverhältnisse, vererben Bildungserfolge wie Großkonzerne oder das Verwiesensein auf sozialstaatliche Transferleistungen, stellen biographische Weichen oder prägen Gesundheit und Lebenserwartung, sie erkennen ganze Lebensstile anhand weniger Merkmale schon in der kurzen Sekunde einer schnellen Begrüßung. Im Seminar sollen anhand jüngerer biographischer Literaturpassagen die grundlegenden Theoriekonzepte erarbeitet werden, die Bourdieu zu Untersuchung solcher Prozesse des praktischen Alltagsgeschehens vorgeschlagen hat. Es verfolgt das Ziel diese Soziologie entlang der Frage nach Kontinuität und Wandel sozialer Regelmäßigkeiten für die Praxis der Sozialen Arbeit fruchtbar zu machen. Weil dabei biographische Erfahrungen auf allen Ebenen das Wahrnehmen, Denken und Handeln imprägnieren können, ist zur Vertiefung ein Besuch des parallelen Seminars 18.3 zu ‚ Herkunft – Entwicklung – Bildung: Prävention und Partizipation‘ bei Susan Geideck sehr empfehlenswert (ebenfalls Montags).

Modul 11 – König (M.A.): Beziehungsarbeit mit Jugendlichen
Montags, von 14:15-17:30

