Modul M18.3 – Transformative Sozialraumgestaltung: Pädagogische und mehr-als-menschliche Perspektiven

Kursbeschreibung

Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie Sozialräume unter Bedingungen multipler Krisen – ökologisch, sozial und politisch – neu verstanden und gestaltet werden können. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass klassische sozialraumorientierte Ansätze an ihre Grenzen stoßen, wenn sie den Sozialraum primär als menschlich geprägten Handlungsraum denken.

Das Seminar führt in eine transformative Perspektive auf Sozialraumgestaltung ein, die soziale, räumliche und ökologische Dimensionen miteinander verschränkt. Dabei werden Sozialräume als relationale Lernökologien verstanden, in denen Menschen, Orte, Materialien und mehr-als-menschliche Akteure gemeinsam wirksam werden.

Im Zentrum steht die Frage, wie pädagogische und sozialarbeiterische Praktiken dazu beitragen können, neue Formen von Beziehung, Wahrnehmung und Handlung im Sozialraum zu ermöglichen. Studierende arbeiten in Gruppen entlang zweier Spuren:

  • Spur A: Eigenständige Erkundung von „mehr-als-menschlichen“ Sozialräumen in Bockenheim 
  • Spur B: Begleitende Teilnahme und Dokumentation eines künstlerisch-partizipativen Praxisprojekts zur Organismendemokratie (Club Real)

Das Seminar verbindet theoretische Auseinandersetzung, Feldarbeit und reflexive Praxis. Im Fokus steht nicht nur die Analyse, sondern die Erfahrung und Begleitung von Prozessen im Sozialraum. Studierende lernen, soziale Situationen nicht vorschnell zu interpretieren oder zu steuern, sondern als offene, relationale Prozesse wahrzunehmen und zu begleiten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer professionellen Haltung, die Unsicherheit aushalten kann und Transformation nicht als planbares Ergebnis, sondern als emergenten Prozess versteht.

Ziele des Seminars sind:

  • ein erweitertes Verständnis von Sozialraum als relationales und mehr-als-menschliches Gefüge
  • die Fähigkeit, sozialräumliche Prozesse ethnographisch zu erkunden und zu reflektieren
  • die Entwicklung einer reflexiven, nicht-instrumentellen Haltung im Umgang mit Transformationsprozessen
  • Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Sozialer Arbeit, Stadtplanung und künstlerischer Praxis

Das Seminar wird teilweise in Kooperation mit dem Fachbereich Stadtplanung durchgeführt und kombiniert Online-Sitzungen mit Blocktagen und Feldphasen im Sozialraum Bockenheim.