
EXPRESSIONISMUS
Der Expressionismus war eine künstlerische Bewegung in Deutschland, die etwa zwischen 1905 und 1925 in Malerei, Literatur, Musik, Film, Theater und Architektur ihren Ausdruck fand. Entstanden in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, kann er als Höhepunkt einer radikalen Individualisierung verstanden werden. Auf der Suche nach Ursprünglichkeit und unmittelbarem Ausdruck wandten sich die expressionistischen Künstler einer intensiven Innenschau zu. Anders als in unserer Gegenwart, die stark von subjektiven Selbstdarstellungen geprägt ist und in der häufig von Ausdruck, Emotionen und Befindlichkeiten die Rede ist, war der schonungslose Blick auf das Ich jedoch oft von Verunsicherung und existenzieller Erschütterung begleitet.
In dem Workshop werden wir uns mit der Vielschichtigkeit des Expressionismus auseinandersetzen und zentrale Werke und Positionen kennenlernen.
Referate sind – abgesehen von freiwilligen Beiträgen – nicht vorgesehen. Stattdessen betrachten wir Bilder (auch im Museum), lesen und rezitieren Texte, hören Musik, sehen Filme und besichtigen Architektur. Dabei diskutieren wir auch eine grundlegende Fragestellung des Expressionismus: das Spannungsverhältnis zwischen unmittelbarem Ausdruck und Inszenierung.
- Dozent/in: Carsten Rohde